SEIT 21 JAHREN IN HAMBURG ZU HAUSE
- Details
- Kategorie: Medienberichte
- COM_CONTENT_PUBLISHED_DATE_ON
- Geschrieben von Administrator
- Zugriffe: 123
Hamburger Abendblatt
Nach der Ermordung seines Vaters, eines hohen Staatsangestellten in Kabul, durch die sowjetischen Besatzer, floh Fahim Yusufzai (Foto) 1981 aus Afghanistan. Während seine Mutter und zwei Schwestern nach Nordamerika reisten, ließ sich Yahim bei Verwandten in Hamburg nieder. Als Sicherheitschef in Einkaufszentren im Hamburger Osten gründete er den Verein "Sport gegen Gewalt" (www.sportgegengewalt.de), dem auch Sportler wie Dariusz Michalczewski, die Klitschko-Brüder und Sandra Völcker zur Seite stehen. 1999 gab es für sein Engagement den "Bürgerpreis" der Hamburger CDU - überreicht von Helmut Kohl und Ole von Beust.
Im vergangenen Jahr rief Fahim Yusufzai (30) die Initiative "New Generation of Afghanistan" ins Leben. Ihr Ziel: Exil-Afghanen in Hamburg sollen ihr Heimatland beim Neuanfang und Wiederaufbau mit Kontakt, Rat und Tat unterstützen. Die Kosten für die aktuelle Reise brachten die vier Delegationsmitglieder aus eigener Tasche auf. Hauptberuflich betätigt sich der Junggeselle Fahim Yusufzai als Chef des "Harmonia Sicherheitsdienstes".
Sport gegen Gewalt
- Details
- Kategorie: Medienberichte
- COM_CONTENT_PUBLISHED_DATE_ON
- Geschrieben von Administrator
- Zugriffe: 553
Hamburger Abendblatt 2002
Abendblattserie Jugendsport
Powern statt prügeln Im Verein Sport gegen Gewalt lernen Jugendliche ihre Kraft sinnvoll einzusetzenVon ACHIM LEONI Für einen 17-Jährigen hat Marco schon einiges auf dem Kerbholz. Diebstahl, Einbruch, Autos knacken - überall schon dabei gewesen. Aber das liegt lange zurück. Eine Ewigkeit. Zumindest kommt es ihm heute so vor.
Kids machen Sport gegen Gewalt
- Details
- Kategorie: Medienberichte
- COM_CONTENT_PUBLISHED_DATE_ON
- Geschrieben von Administrator
- Zugriffe: 98
Bild von Nicola Sieverling
Vor ein paar Monaten hing Sahin (15) vor dem Einkaufszentrum Jenfeld herum. Leute anpöbeln, Handtaschen klauen und Klamotten abziehen. Das war sein Ding.Jetzt trägt der Junge mit den schwarzen Locken voller Stolz knallrote Box-Bandagen an den Händen.Sport hat ihn aus dem Gewalt-Sumpf rausgeholt. Sahin einer von 25 Kids,die in einer Turnhalle in Jenfeld ihre Muckis trainieren.Die wie besesen Schattenboxen und Liegestütz üben.Liebe schwitzen statt zwischen den tristen Hochhäusern Mist bauen. Türken wie Sahin sind dabei, Russen, Afgahnen und Deutsche.Der Security-Experte Fahim Yusufzai(29) hat sie alle von der Straße geholt. "Sport gegen Gewalt" , das ist sein tolles Projkt.In den Brennpunktstadtteilen Neu-allermöhe und Farmsen hat er jetzt zwei neue Gruppen gegeründet."Die sollen alle Disziplin lernen.Ich will keine Rambo-Kinder haben, sagt Fahim.Seine "Schäfchen "haben alle ein Ziel:Amateurboxer werden. Zu den ganz Großen gehören. So wie Weltmeister Juan Carlos Gomez (28). Er unterstützt den Verein " Sport gegen Gewalt".Auch die Klitschko-Brüder,Darius"Tiger"Michalczewski und Schwimm-Star Sandra Völker sind dabei.Die Vorbilder der kids halten Wort, kommen mal vorbei und zeigen ein paar Tricks - von den Politikern sind die kleinen Boxer dagegen tief enttäuscht."Die reden und versprechen ganz viel vor den Wahlen und Wollen was gegen Jugendkriminalität machen.Und dann passiert doch nichts",sagt Analoij(19). Boxen ist für den Russen die grosse Chance, aus der Armut zu kommen. Jede freie Minute trainiert er in der Jenfelder Turnhalle.300 Mal Seilhüpfen hintereinander, das schafft er locker.Sein ganzes Taschengeld steckt er in Sportklamotten. Muss er auch, denn daran fehlt es dem Verein. Für die 25 Kids in Jenfeld gibt es gerade mal drei Paar Boxhandschuhe und nur einen Sandsack. "Wir brauchen dringend für alle drei Standorte in Hamburg Boxhandschuhe, Turnschuhe und Jogginghosen",sagt Fahim Yusufzai. Jetzt können haburgs Politiker mal zeigen, was sie tatsächlich gegen Jugendkriminalität tun wollen. Wer als Sponsor helfen möchte : Kontakt über www.sportgegengewalt.de oder Tel.0XXX XXXXXXX von Fahim Yusufzai.
Wie Straßenschläger und Ladendiebe zu Box-Meistern werden
- Details
- Kategorie: Medienberichte
- COM_CONTENT_PUBLISHED_DATE_ON
- Geschrieben von Administrator
- Zugriffe: 126
Hamburg (dpa) - Sie prügeln sich auf den Straßen, klauen in Supermärkten, zerstechen Autoreifen. Für Fahim Yusufzai sind diese Jugendlichen kein rotes Tuch, sondern "orientierungslose Kids, die in die richtige Bahn geführt werden können". Der 30 Jahre alte Sportlehrer ist in den sozialen Brennpunkten Hamburgs ein bekannter und respektierter Mann. Mit fast allen Straßenkids in Hamburg-Jenfeld ist er auf Du und Du, auch mit denen, die sich früher zu den ganz harten Typen zählten. Yusufzai und die Jugendlichen verbinden zweierlei: die Liebe zum Kampfsport und das Problem zunehmender Gewalt. Yusufzai taufte sein Projekt deshalb "Sport gegen Gewalt".
Die Vorgeschichte des Projekts ist traurig. Fahim Yusufzai arbeitete lange Zeit als Sicherheitsbeamter im Kaufhaus Jenfeld im Osten der Hansestadt. Dort bekam es der gebürtige Afghane fast täglich mit Jugendlichen zu tun, die entweder klauten, randalierten oder pöbelten. Die Kids hatten Zeit, viel zu viel Zeit, mit der sie nichts anzufangen wussten. Yusufzai schloss daraus seine eigenen Folgerungen. Der Taekwondo-Meister, der auch schon Leibwächter bei den Klitschko-Brüdern war, setzte sich mit der Ortspolizei in Verbindung und präsentierte seine Idee: Jugendliche, die er bei kriminellen Handlungen im Kaufhaus erwischte, sollten vor die Alternative gestellt werden: "Sport oder Polizei". Das war 1993.
"Bevor wir wieder Scheiße bauen, trainieren wir jetzt lieber", sagt Nino (18), der sich selbst als "Zigeuner" bezeichnet. Bis heute waren über 700 Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren beim Taekwondo-Training oder beim Boxen. Rund um das Einkaufszentrum ist es ruhiger geworden. Das ehemalige Projekt ist mittlerweile ein gemeinnütziger Verein. In zwei weiteren Stadtteilen kann kostenlos bei Yusufzai trainiert werden. Trotz des Erfolges, muss sich der Verein fast ausnahmslos aus Spenden finanzieren. Lediglich die Bürgerstiftung Hamburg leistet regelmäßige finanzielle Unterstützung. Ein Hauptsponsor ist Yusufzais dringlichster Wunsch.
Die jugendlichen Sportler stammen fast alle aus einfachen Verhältnissen und sind oft auf sich allein gestellt. "Die Eltern haben keine Zeit für ihre Kinder. Sie denken nur ans Geld verdienen." Yusufzai kennt diese Familienverhältnisse. Daraus wollen die Jugendlichen fliehen. Durch den Eintritt in den Verein "Sport gegen Gewalt" haben sie jetzt die Möglichkeit, ihren Frust und ihre Aggressionen am Punching-Ball abzureagieren. "Das Wichtigste, was die Jungen lernen müssen, sind aber Respekt voreinander und Disziplin." "Sport gegen Gewalt" will mehr. Die ausländischen Jugendlichen sollen die deutsche Kultur kennen lernen. "Wir gehen zusammen ins Kino und ins Theater. Es darf sich bei ihnen nicht alles um Glatzen und Schießen drehen", sagt Yusufzai. Mehrere Schüler haben bereits Erfahrungen mit rechtsradikalen Schlägern gemacht, einer wurde krankenhausreif geschlagen. Beim Sport lernen sich Türken, Deutsche, Russen und Afghanen näher kennen. "Das ist sehr wichtig", betont Yusufzai. Manche Jungen wollen am liebsten nur noch zum Sport gehen.
Die jungen Sportler hängen sich voll in ihr neues Hobby rein. Mehmet(15), Anatol (17) und Imen (16) sind bereits Hamburger Box- Meister. Sie wollen später Profis werden, haben im Training auch schon im Ring mit den Weltmeistern Juan Carlos Gomez oder Wladimir Klitschko gestanden. Am Wochenende wird Yusufzai nach New York fliegen, um sich dort ähnliche Projekte anzuschauen. Sehnlichster Wunsch seiner Sportler: ein Autogramm von Mike Tyson. (Internet: www. sportgegengewalt.de)
Liegestütze gegen Gewalt
- Details
- Kategorie: Medienberichte
- COM_CONTENT_PUBLISHED_DATE_ON
- Geschrieben von Administrator
- Zugriffe: 95
TAZ 13. März 2001 Tageszeitung
Fahim Yusufzai trainiert Jugendliche, damit sie keine "Scheiße bauen" Von Elke Spanner
Der Tritt misslingt. "Fuck you" rutscht dem Dreizehnjährigen raus, als Fahim Yusufzai zur Kritik anhebt. Die Strafe folgt auf dem Fuße. "Zehn Liegestütze", ordnet Yusufzai an und weist mit dem Zeigefinger auf die Stelle am Boden, an der er die Übung sehen will. Ohne zu murren beugt der Junge sich herab und beginnt.
In der Schule, erzählt der 15-jährige Michael, hat er auf seine Lehrerin nie gehört. Ermahnungen, schlechte Noten - "pfft". Logisch, dass er immer dazwischengeredet hat. Yusufzai ist zwar noch strenger als so manche Lehrerin, aber auch "total anders". Seit Michael vor fünf Monaten bei ihm mit Taekwondo begonnen hat, spricht er sogar davon, dass es "wichtig ist, Disziplin zu lernen". Und Yusufzai hat ihm auch eingebleut, dass er gefälligst seinen Schulabschluss machen soll. Was bringt es ihm, arbeitslos zu sein, hat er ihn gefragt. Und ein polizeiliches Führungszeugnis zu haben, mit dem sich das auch niemals ändern werde. Jetzt hat er Bewerbungen für eine Lehrstelle losgeschickt, denn Yusufzai, sagt Michael, "hat Recht".
Fast jeden Tag kommt Michael zum Training zu ihm. Fünf Mal die Woche, zwei Mal Taekwondo in Farmsen, sonst Boxen in Jenfeld. Michael zahlt nichts dafür, und Yusufzai verdient auch kein Geld durch das Training, das er fast täglich gibt. Er hat den Verein "Sport gegen Gewalt" gegründet und trainiert ehrenamtlich mit inzwischen rund 120 Kids, "damit die keinen Scheiß bauen".
Angefangen hat Yusufzai 1993. Damals war er noch Sicherheitsleiter im Einkaufszentrum Jenfeld. Täglich schnappte er Jugendliche beim Klauen, Autos knacken, Leute ärgern. Sie flogen raus, bekamen ein Hausverbot, und am nächsten Tag waren sie wieder im EKZ. Sie der Polizei zu übergeben, habe auch nichts genützt, sagt Yusufzai. Deshalb beschloss der ausgebildete Taekwondo-Trainer irgendwann, die Jungs lieber "körperlich und geistig fit zu machen". Und dafür zu sorgen, dass sie ausgepowert sind und auf "Scheiße bauen" schlicht keine Lust mehr haben. Fortan stellte er die Jungs vor die Wahl, die er beim Klauen erwischte: Entweder Du kommst aufs Polizeirevier oder in mein Kampfsporttraining. Was für viele anfangs eine Strafe ist, wird irgendwann zur liebsten Freizeitbeschäftigung.
Adam kommt zwei Mal die Woche, seit vier Jahren bereits. Auch er ist damals nur zum Training gegangen, damit seine Akte bei der Polizei "nicht noch dicker wird". Irgendwann hat er sich dann selbst eingestanden, dass der Sport ihm Spaß bereitet. Seit mindestens drei Jahren, erzählt der 18-Jährige, hat er auch "nichts mehr gemacht, ehrlich". Allein schon, weil ihm die Zeit dafür fehlt. Und weil Yusufzai ihm gesagt hat, dass er eines Tages auf der Straße landet wenn er so weitermacht, mit Diebstählen "und so". Und Yusufzai ist nicht nur sein Trainer. Ihn ruft er an, wenn er Prob-leme hat. Yusufzai, sagt Adam respektvoll, "ist auch ein Freund".
Heute steht Taekwondo in Neu-Allermöhe auf dem Programm. Eine halbe Stunde dauert das Training bereits. Der Schweiß rinnt, und erst jetzt geht es mit den ersten Kampfbewegungen los: Schattenboxen. Rund 25 Jungs kämpfen gegen einen imaginären Feind. Dann werden Tritte trainiert. "Mit Kampfschrei", fordert Yusufzai. Einer ruft "Ejo", ehe das Kommando gekommen ist. Zehn Liegestütze lautet die Strafe.
Früher, gesteht der 16-jährige Dennis, hatte er "überhaupt keinen Respekt vor anderen, vor alten Leuten und so". Kam ihm jemand dumm, hat er "mit schlimmen Wörtern" reagiert. Jetzt muss er sich vor seinem Gegner verbeugen, ehe er mit ihm Schläge und Tritte übt. Und rutscht ihm eine Beleidigung heraus, muss er dafür mit Liegestützen oder Klappmessern bezahlen. Denn zum Kampfsport gehören Fairness und Respekt vor dem Gegner dazu. Das betont Yusufzai immer wieder. Und der hat einen durchtrainierten Körper. Er wirkt kumpelhaft und trägt einen schwarzen Gurt um den Bauch. Bei ihm hören sich selbst Worte wie "Res-pekt" und "Disziplin" gar nicht uncool an. Außerdem kennt er echte Prominente. Boxweltmeister Da-riusz Michalczewski ist Mitglied im Verein "Sport gegen Gewalt", ebenso die Klitschko-Brüder. Yusufzai, bestätigen Dennis und Michael, ist ihr Vorbild.
Stephan gibt Langeweile als Grund dafür an, warum er schon als Elfjähriger "Scheiße bauen" ging. Ob er schon Kontakt zur Polizei hatte? Der Dreizehnjährige lacht auf. Klar hatte er das. Michael, sein Freund, war schon "auf jeder Bullenwache", erzählt er nicht ohne Stolz. Er selbst war drei Mal in Heimen für schwer erziehbare Jugendliche untergebracht. Etliche PädagogInnen sind bei dem Versuch gescheitert, den Jungen davon abzubringen, mit "Kollegen" um die Ecken zu ziehen und Dinger zu drehen. Jetzt beteuert Stephan, damit aufgehört zu haben. Es klingt wie auswendig gelernt, wenn ein Dreizehnjähriger davon spricht, dass er diszipliniert werden muss. Mit genau den Worten, die sonst von Menschen einer anderen Generation zu vernehmen sind. Aber eben auch von Yusufzai. Und der trägt einen schwarzen Gurt um den Bauch.
Kontakt: Fahim Yusufzai, Telefon XXXX/XXX XX XX und im Internet unter: www.sportgegengewalt.de
taz Hamburg Nr. 6395 vom 13.3.2001, Seite 22, 72 Zeilen TAZ-Bericht Elke Spanner

